Ein volles Haus konnte Stadtrat Andreas Hecker zur Diskussionrunde Mehr Radverkehr in Wiesloch begrüßen. Die Grünen sind seit Beginn die Partei, die glaubwürdig und konstant für Alternativen und Ergänzungen zum Auto eintritt und seit vielen Jahren immer wieder Vorschläge und Initiativen im Gemeinderat einbringt. Die Schulnote 4+ haben die Radfahrer der Stadt Wiesloch beim ADFC-Fahrradklima 2018 ausgestellt und das nach Meinung von Dr. Gerhard Veits völlig zurecht. Denn obwohl seit 1993 ein ausgearbeitetes Radkonzept vorliegt, sind wesentliche Voraussetzungen für mehr Radfahren in Wiesloch nicht und nur unzureichend vorhanden. Die Innenstadtquerung fehlt, auf den großen Achsen sind keine Radstreifen vorhanden, die überdimensionierten Straßen entlang der alten B3 sind nur gefahrvoll zu queren. Es ist kein eigenes Budget vorhanden und die personelle Ausstattung unbefriedigend. Dr. Veits forderte in diesen Defiziten Abhilfe und legte einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vor.

Wichtige Maßnahmen, die jetzt angegangen werden müssen, sind der Umbau der Hauptstraße zwischen Sparkasse und Stadtgalerie, die Einbeziehung des Adenauerplatzes in die Fußgängerzone und damit verbunden die ganztägige Öffnung der unteren Hauptstraße für den Radverkehr sowie die Querungshilfe Heidelberger Str./Schillerstraße.

Auf großes Interesse stieß die Machbarkeitsstudie eines Radschnellweges nach Heidelberg. Dr. Veits stellte die Trassen und den bisherigen Stand der Bewertungen vor. Man müsse sich auf die Trasse westlich der Bahngleise einstellen, die neben dem Bahnhof eine nördliche Anbindung an die Stadt bräuchte. Hierzu legte er zwei konkrete Vorschläge am Bahnhof und nördlich des Dämmelwaldes vor.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Vorstellung, wie Neubaugebiete auto- und verkehrsarm erschlossen werden können und welchen positiven Auswirkungen dadurch auf die Radinfrastruktur möglich sind. Veits stellte ausführlich die Planung zur Lincoln-Siedlung in Darmstadt vor, das 2018 mit dem Preis ausgezeichnet wurde und übertrug die wesentlichen Ideen auf die geplanten Wohngebiete PZN-Gärtnerei und ehemalige Wellpappe. In der anschließenden Diskussion erörterte man Möglichkeiten zum Rückbau der Heidelberger Straße sowie eine radfreundliche Gestaltung des Straßenzuges Ringstraße/Schwetzinger Straße.

Zum Schluß ging Dr. Veits noch auf das Ergebnis von INSEK 2030+ ein, das er in puncto Radverkehr als recht traurig bezeichnete. Die Grünen legen hierzu als Alternative einen eigenen Masterplan Radverkehr vor. Wesentliche Unterlagen werden demnächst auf dieser Homepage veröffentlicht.

Andreas Hecker bedankte sich bei der lebendigen Runde nicht ohne den Appell am 26.5. mehr grüne Pedalisten in den Gemeinderat zu wählen.