Die neue Grüne Fraktion ist vereidigt: Gabriela Lachenauer, Marion Schmidt, Dr. Gerhard Veits, Andreas Hecker, Susanne Merkel-Grau, Ayfer Celik, Katharina Ebbecke und Sebastian Sauter. Mit 8 Stadträt*innen stellen wir die mit Abstand größte Fraktion. 5 grüne Frauen bedeuten, dass wir mehr als die Hälfte aller Stadträtinnen stellen und mit Sebastian Sauter auch den jüngsten Stadtrat. Einführungssitzungen waren über viele Jahre Harmonieveranstaltungen. Dieses Mal nicht!

Als hätten wir es geahnt, nutzten 2 ausscheidende Gemeinderäte eine juristisch notwendige Formalie für gehässige Angriffe gegen uns. Luisa Ueltzhöffer, die mit uns in den Gemeinderat gewählt wurde, hat zwischenzeitlich einen Medizinstudienplatz in Tübingen erhalten und deshalb der Verwaltung mitgeteilt, dass sie das Mandat aus verständlichen Gründen nicht annehmen kann. Sebastian Sauter hat als Nachrücker sofort zugesagt, so dass für uns keinerlei Problem ersichtlich war. Der Vorgang wurde von Amts wegen von Stadtverwaltung und Regierungspäsidium geprüft und als völlig korrekt bewertet. Über diesen einfachen Vorgang, der anderenorts nicht der Rede Wert ist, ließen sich Klaus Deschner (CDU), Sonja Huth (SPD) und Dr. Fritz Zeier (FWV) 15 Minuten lang aus und entwickelten aberwitzige Verschwörungstheorien, wie wir Grüne die Wähler hätten hintergehen wollten. Es war lächerlich und ärgerlich zugleich. Als gar noch der Vorwurf des Wahlbetruges erhoben wurde, hätte jede neutrale Sitzungsleitung dem Ganzen ein Ende bereiten müssen. Nicht so OB Dirk Elkemann. Er wies zwar darauf hin, dass man das jetzt so beschließen müsse, weil ja juristisch korrekt, zeigte aber ansonsten großes Verständnis für die Statements der Wahlverlierer.

Wir waren vorbereitet. Wir kennen diese abgesprochenen Attacken gegen uns. Und so lief das Ganze ins Leere. Ich wies die Vorwürfe umfassend zurück, stellte Falschbehauptungen richtig und bestätigte CDU und SPD die größtmögliche Entfernung zur Lebensrealität junger Menschen. Die Entscheidung für den Gemeinderat zu kandidieren fiel Ende letzten Jahres, die Zusage aus Tübingen kam zum Sommersemester 2019, Ummeldung erfolgte gar erst im Juni . Luisa hatte vor, wohnortnah zu studieren, die Zusage Tübingen kam unerwartet. Ich erinnerte die älteren Herrschaften daran, dass sich in diesem Lebensabschnitt in kurzer Zeit Entscheidendes am Lebensweg ändern kann, ohne dass man es selbst in der Hand hat. Man kann sich nicht immer junge Menschen in der Politik wünschen, dann aber die Risiken dieses Lebensabschnittes nicht tragen wollen. Kein Wunder, dass wir GRÜNE seit vielen Wahlen die einzigen sind, die immer wieder junge Menschen mit in den Gemeinderat bringen. Besonders schäbig, aber leicht zu durchschauen waren die an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfe gegen unsere Fraktion. Der inszenierte Strum im Wasserglas war dann auch schnell vorbei: Mit 21 Jastimmen und 5 Enthaltungen wurde beschlossen, was nicht zu ändern ist.

Die Akteure erweisen sich als schlechte Wahlverlierer. Der Frust in Reihen von CDU und SPD ist erkennbar groß. Sie sind zum wiederholten Mal von den Wähler klar abgewählt worden. Und sie haben aufgrund ihrer eigenen Listenaufstellung die eigene Fraktionsvorsitzende bzw. ihren jüngsten Stadtrat nicht mehr an Bord.  Daneben zeigt das Wahlergebnis aber auch, dass ihr  Politikstil gegen uns keine Zustimmung findet. Hoffen wir, dass die Neugewählten den nicht einfach so fortführen.

 

Dr. Gerhard Veits