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Wiesloch 21 - Parkhaus am Bahnhof

Mit den Stimmen von CDU, SPD und Freien Wählern hat der Gemeinderat im Juli 2010 den Baubeschluß für ein Parkhausbau am Bahnhof gefasst und damit das folgenschwerste Projekt seit dem Bau des Palatins auf die Reise geschickt. 8,2 Mio. € soll der Bau verschlingen, wobei bereits die erste kräftige Kostensteigerung eingetreten ist. Ein Vergleich mit Stuttgart 21 drängt sich geradezu auf.


Auch der hiesige Bahnhof funktioniert so wie er ist. Es gibt ausreichend Parkplätze und der Busverkehr lässt sich ohne Probleme seit Jahren über die beiden Haltepunkte abwickeln. Der marginale Zeitgewinn, den ein Halten oben auf der Brücke erbrächte, erbringt keine Änderung, was die Anzahl der Busse und Linien betrifft. Ein Parkhaus mit ZOB erbrächte keinen verkehrlichen Vorteil.

 

Die argumentative Hilflosigkeit der Befürworter zeigt sich in der aberwitzigen Behauptung, das Parkhaus sei nur ein „Abfallprodukt“ des Omnibusbahnhofes. Das Gegenteil ist richtig. Immer waren die angeblich zu geringen Parkplatzkapazitäten Grund für ein Parkhaus. Die freiwerdenden Flächen wollte man vermarkten, worum man sich seit fast 10 Jahren vergeblich bemüht.


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Die städtebauliche Planung, ein Riesenklotz, der das verbleibende alte Bahnhofsgebäude regelrecht erdrückt, ist nach unserem Geschmack völlig verfehlt. Machen Sie sich selbst ein Bild. Oben sind die offiziellen Visualisierungen wiedergegeben.


Entscheidend ist jedoch die finanzielle Dimension. Wie bei Stuttgart 21 gibt es auch in Wiesloch/Walldorf schon die erste deutliche Kostenanpassung nach oben. Inzwischen sind es nicht mehr 6 sondern 8 Mio. €, die dieses Parkhaus kosten soll. 3 Mio. € entfallen auf davon auf Wiesloch, Geld, das die Stadt nicht hat. Dafür hat sie 30 Mio. Schulden. Und mehr noch: Sie muss in diesem Jahr 10 Mio. Kassenkredite aufnehmen, um die Liquidität der Stadtkasse zu gewährleisten. Da das Regierungspräsidium in dieser Situation der Stadt keine weitere Kreditaufnahme im Haushalt genehmigt, leiht man sich die 3 Mio. € bei der Nachbarstadt Walldorf - außerhalb des städtischen Haushaltes. Diese unglaubliche Konstruktion wurde natürlich auch mit Stimmen CDU, SPD und Freien Wählern beschlossen.

Zur Zeit tagt im Rathaus eine Haushaltsparkommission, die dem Gemeinderat einen Ordner voll Einsparvorschläge präsentiert hat. Das reicht von zusätzlichen Steuern, über weniger Geld für Vereine und Kürzungen von Sozialleistung bis hin zu verkürzten Öffnungszeiten der städtischen Einrichtungen. Ebenso finden sich einige Vorschläge zur Erhöhung städtischer Gebühren. Allen Grausamkeiten zusammen erbrächten eine Einsparung von 1,5 Mio €  - das Parkhaus kostet das Doppelte.

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