Gemeinsam lernen!
Am Donnerstag, 6.10. 19.00 Uhr Kulturhaus lädt der grüne Landtagsabgeordnete Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr zu einem sozialpolitischen Hearing. Es geht um die Frage, wie behinderte und nichtbehinderte Kinder künftig gemeinsam die Schule besuchen können ("Inklusion"). Gäste sind der sozialpolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion Thomas Poreski, der als langjähriger Geschäftsführer eines Trägers für Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderung über weitreichende Erfahrungen im Bereich Inklusion verfügt sowie Katharina Ebbecke, Vorsitzende der Lebenshilfe Wiesloch e.V., Angelika Sieber, Sonderschulrektorin der Uhland Förderschule Pfullingen, wo bereits heute erfolgreich die Klasse 1 + 2 der Grund- und Förderschule gemeinsam unterrichtet werden und Daniel Hager-Mann, Vertreter des Schulamts mit der Querschnittsfunktion Inklusion.
Im Jahre 2009 wurden die Rechte für behinderte Menschen in einer UN-Konvention für Deutschland rechtsgültig. Die Konvention fordert die Vertragspartner unmissverständlich auf, für „inclusive education“ Sorge zu tragen. Artikel 24 der UN-Konvention fordert, für behinderte Menschen „ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen“ zu schaffen. In Deutschland werden über 400.000 Kinder und Jugendliche sonderpädagogisch gefördert. Die große Mehrzahl von Schülerinnen und Schülern mit diagnostiziertem sonderpädagogischen Förderbedarf wird laut Studie in getrennten Schulen unterrichtet. 76 % dieser Jugendlichen bleiben ohne Hauptschulabschluss. In Deutschland lernen nur 15,7 % der Schüler mit besonderem Förderbedarf gemeinsam mit Nicht-Behinderten in einer Regelschule. In Skandinavien lernen vergleichsweise 90 % zusammen, egal ob sie lern-, körper- oder geistig behindert sind. Es ist hinlänglich bekannt, dass eine frühe Trennung von Kindern mit und ohne Behinderung zu Ausgrenzung und Stigmatisierung führt. Kinder, die bereits in frühen Jahren eine Förderschule besuchen, haben es später schwer auf eine Regelschule zu wechseln. Studien aber haben bewiesen, dass gemeinsames Lernen das Bildungsniveau, die Lernbereitschaft und die Entwicklung von Förderschülern stärken und insgesamt bessere Kernergebnisse erzielt werden. Kinder mit Förderbedarf haben ein Recht darauf, gemeinsam mit Kindern ohne Förderbedarf unterrichtet zu werden. Im Koalitionsvertrag der grün-roten Landesregierung wurde dieser Zielsetzung zu Recht ein besonderer Stellenwert zugewiesen.
Wiesloch war eine der ersten Städte im Land, die trotz der geingen Unterstützung durch die alte Landesregierung über ein Integratives Schulentwicklungsprojekt ISEP an der Maria-Sibylla-Merian-Schule sowie der Grund- und Hauptschule Baiedrtal Behinderte und Nichtbehindert gemeinsam beschult hat. Künftig wird diese Fragestellung jedoch auf viele Grund- und Hauptschulen zukommen.
Das Motto sollte lauten „Gemeinsam lernen, Inklusion leben“. Für eine Wende hin zum inklusiven Schulsystem und für die Bereitschaft zu Veränderungen muss bei allen Beteiligten verstärkt geworben werden.
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Die Veranstaltung ist als öffentliches Gespräch und Diskussionsforum gedacht. Ganz herzlich eingeladen sind neben Vertretern der ortsansässigen Schulen alle interessierten Zuhörer, Betroffene und Mitdiskutierer.
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Das Hearing findet statt im Kulturhaus Wiesloch (Gerbersruhstr. 41) und beginnt um 19 Uhr.
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