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Ein Parkhaus, das keiner braucht, aber alle bezahlen müssen!

Mit den Stimmen von CDU, SPD und WGF hat der Gemeinderat die Planvergabe zum Parkhausbau vergeben und damit das folgenschwerste Projekt seit dem Bau des Palatins auf die Reise geschickt. Heimlich wollte das OB Schaidhammer beschliessen lassen, in einer nichtöffentlichen Sitzung. Erst unser Einschreiten beim Regierungspräsidium hat das verhindert. Wir Grüne halten an der ursprünglichen Zielsetzung fest, den Bahnhof selbst und damit den öffentlichen Nahverkehr zu attraktivieren. Bei der jetzt beschlossenen Planung spielt dieses Ziel keine Rolle mehr...


Hintergründe und Fakten

 

Nach dem 6,4 Mio. € teueren Umbau wird kein Bus, kein Zug mehr dort halten als bisher. Auch das Bahnhofsgebäude selbst bleibt unverändert. Die Gelder werden stattdessen für den Neubau eines großen Parkhauses auf der Wieslocher Seite verpulvert. Zwischen alter B39, Kissel & Wolff bis runter zum jetzigen Bahnhof (siehe obiges Foto) wird ein mehrstöckiger Bau für 270 Pkw entstehen. Ein Parkhaus, das keiner will, keiner braucht, aber für das alle bezahlen werden.

 

Zuerst zahlt jede Stadt 2,1 Mio. €. Zumindest in Wiesloch ist das schwer zu finanzieren, wohl nur über eine Neuverschuldung,  und noch schwerer zu vermitteln. Denn gerade ist der Mensaneubau im Gymnasium und die Sanierung des Freibades geschultert, da warten die Realschule und die Grundschule Frauenweiler auf die dringende Sanierung und die Sportvereine klopfen wegen zwei neuer Sportplätze an. Hier wäre das Geld vonnöten. Ein Parkhaus am Bahnhof ist dagegen verzichtbar.

Dann zahlen alle Kunden, die nicht den ganzen Weg zur Arbeit mit dem Auto fahren sondern am Bahnhof parken und sinnvollerweise auf die S-Bahn umsteigen. Die Umsteiger zahlen sowohl wenn sie ins Parkhaus fahren, als auch wenn auf den bislang freien Parkplätzen parken, die dann kostenpflichtig werden sollen. Das wird zurecht viel Unmut erzeugen und die Akzeptanz von Bus und Bahn nicht fördern.

Und zum Schluss wird wohl auch die Allgemeinheit belastet. Denn nach allem, was bisher an Voruntersuchungen vorliegt, wird es nur schwerlich gelingen, das Parkhaus kostendeckend zu betreiben.

So pervertiert eine zunächst gute städtebauliche Idee ins Gegenteil. Das allerletzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen. Das haben die Bügerinnen und Bürger. Denn am 7. Juni kommenden Jahres wird der Gemeinderat neu gewählt. So eine Chance sollte man sich nicht entgehen lassen.

Dr. Gerhard Veits