Seit Wochen betreibt die FDP eine unverständliche und grundlose Kampagne gegen den Nahwärmeverbund Palatin – Innere Helde – Äußere Helde. Wir Grüne sind den dreisten Falschbehauptungen und dem profunden Unwissen der Liberalen bereits mehrfach entgegengetreteten. Im Gemeinderat haben wir so eine große Mehrheit für die Realisierung des Nahwärmeverbundes gewinnen können. Wir stellen im Folgenden den gravierendsten Unsinn sachlich richtig.

Worum geht es?

In der Äußeren Helde besteht ein Nahwärmenetz. Die Stadt ist verpflichtet, Wärme an alle Haushalte zu liefern. Im Palatin war die 20 Jahre alte Heizung zu ersetzen und der Gemeinderat hat beschlossen, diese Anlage so dimensionieren, dass sie das Neubaugebiet mitversorgen kann. Ebenso wird in Kraft-Wärme-Kopplung Strom erzeugt. Die Nahwärmeleitungen in die Äußere Helde geben den Anwohnern in der Tuchbleiche und im Gebiet Zur Helde/Ulmenweg die Möglichkeit, sich ans Nahwärmenetz anschließen zu lassen. Das hat viele Vorteile. Es ist u.a. deutlich wirtschaftlicher als die vor 10 Jahren beschlossene alleinige Versorgung der Äußeren Helde.

Wo gibt es bereits Nahwärme in Wiesloch?

Nahwärme ist nichts Neues in Wiesloch. Das PZN versorgt sein Gelände mit Nahwärme. Das Schulzentrum, die MLP, das Haus Kurpfalz und die auf dem Weg liegenden Wohnhäuser in der Bohn, das Wohngbiet Am Sägewerk, die Stadtgalerie und das angrenzende Wohngebiet Güterstraße werden mit Nahwärme  beheizt. Das ganze Wohngebiet Sophienstraße (ehemals TIKO) wird von der Heizzentrale Freibad schon seit vielen Jahren sicher, zuverlässig und kostengünstig beheizt. Die Bürgerinnen und Bürger sind rundum zufrieden mit der Wärmeversorgung.

Wie ist die ökologische Bilanz des Nahwärmeverbundes?

Sehr positiv. Wenn Erdöl durch Naturgas und alte, ineffektive Einzelheizungen durch eine moderne, hocheffiziente Heizzentrale ersetzt wird, ahnt schon jeder Laie, welchen Profit die Umwelt daraus ziehen wird. In der Tat wird auch in beiden Gutachten zu dem Projekt eine CO2-Einsparung von ca. 1.000t/a bestätigt. Die klassischen Luftschadstoffe wie Stickoxide und Schwefeldioxid („sauerer Regen“) reduzieren sich gar um über 90 %.

Wirft der Nahwärmeverbund dauerhaft ein Defizit für die Stadtwerke ab?

Wahrscheinlich nicht. Hierzu liegen zwei Gutachten vor: Das erste errechnet für die Stadtwerke ein leichtes Plus, das zweite aufgrund anfänglich sehr niedriger Nutzerzahlen ein Defizit von 160.000 €/Jahr. Egal was nun stimmt: 100 Anschlüsse im Gebiet Helde/Tuchbleiche reichen aus, damit die Stadtwerke auch dieses Netz wirtschaftlich betreiben. Das wird bei der Größe der Wohngebiete in spätestens 10 Jahren erreicht werden. Jeder der seine Heizung ersetzen muß, wird sich schon aus Kostengründen vernünftigerweise an Nahwärme anschließen. Die anderen Nahwärmenetze, die die Stadtwerke in Wiesloch betreiben, werfen keine bleibenden Defizite ab.

Wird der Nahwärmepreis über die Wassergebühren subventioniert?

Nein, das ist frei erfunden. Die Gebühren werden spartengetrennt ermittelt und getrennt festgesetzt. Dies erfolgt jedes Jahr transparent in öffentlicher Sitzung.  Der Wasserpreis schwankt je nach Aufwendungen und Abmahmemenge geringfügig. Der Nahwärmepreis ist seit Jahren stabil. Bezeichnenderweise konnte der Stadtratskollege der FDP seine Behauptung in der Novembersitzung im Gemeinderat auch gar nicht begründen, geschweigedenn belegen. Dagegen bestätigte das Rechnungsprüfungamt der Verwaltung und dem Gemeinderat die korrekte Festsetzung der Gebühren

Welche Vorteile haben die Anwohner in den Straßen Zur Helde und Ulmenweg sowie in der Tuchbleiche?

Viele! Die Anwohner können jetzt für 6.500 € all inclusiv einen Nahwärmeanschluß installieren lassen und ihre alte Ölheizung stillegen. Das spart viel Geld. Würde man die Heizung weiterlaufen lassen und in ein paar Jahren bei Defekt durch eine neue Ölheizung ersetzen, ist das deutlich teuerer. Da heute gesetzlich vorgeschrieben ist, dass 10 % des Wärmebedarf regenerativ zu erzeugen sind, ist für neue Ölheizung plus Solarkollektor oder Wärmepumpe ein Gesamtpreis von über 10.000 € anzusetzen.

Auch im laufenden Betrieb ist Nahwärme deutlich günstiger. Die alte  Ölheizung produziert 1 MWh Energie für 174 €, für die Nahwärme bezahlt man für dieselbe Energiemenge nur 144 €. Diese Berechnungen unterstellen wohlgemerkt, dass der Ölpreis auf dem heutigen Niveau bleibt. Er hat sich aber seit 2003 mehr als verdoppelt! Also jeder der rechnen kann…

Nahwärme ist flexibel. Dämme ich morgen mein Haus besser und brauche weniger Wärme, dann beziehe und bezahle ich einfach weniger Nahwärme. Die alte Ölheizung hat diese Steuerungsmöglichkeit nicht.

Nahwärme ist zudem sehr komfortabel: Keine Wartung, keine Reparatur, keine ASU, kein Schornsteinfeger mehr und kein Risiko, dass morgen die Heizung ausfällt.

Welche Vorteile hat die FDP durch Nahwärme?

Bedrohte Arten genießen bei den Grünen besonderen Schutz. Wer jedoch sein politisches Überleben dadurch retten will, dass er gegen warmes Wasser unbegründet Stimmung macht, hat auch bei uns keine Sympathien mehr. Er demonstriert vielmehr, wie überflüssig er ist.

ok, das war jetzt polemisch, muss aber auch mal sein 😉