Lebendige Stadt
Wer Wiesloch schon kannte, als sich noch eine Blechlawine die Hauptstraße hinunterschob, der weiß, worin die heutige Attraktivität der Innenstadt begründet liegt: in der Fußgängerzone, dem Leben und Einkaufen abseits vom Autoverkehr. Allerdings sind in den letzten Jahren ein planerischer Stillstand und ein zunehmender Verlust an Geschäften unübersehbar.Â
Innenstadt weiterentwickeln
Wir setzen uns deshalb für eine Weiterentwicklung der Innenstadt ein:
Ausweitung der Fußgängerzone auf den Adenauerplatz zwischen Adenauertiefgarage und Hesselgasse
Belebung des Marktplatzes, seiner kleinen Seitenstraßen und des Freihofplatzes durch Geschäfte, Gastronomie, Sitzplätze und Spielgeräten
Verkehrsberuhigung der Schillerstraße, Öffnung des Schillerparks zur Stadt hin mit sicherer Querung der Heidelberger Straße
Schaffung einer innerstädtischen Grünzone in der Leimbachaue
Die innerstädtischen Maßnahmen müssen einhergehen mit einer besseren Erschließung durch Rad und Bus. Parkmöglichkeiten gibt es rund um den Stadtkern genügend.
EnBW-Gelände: Eine Chance für alle
Die Geschäftswelt der Innenstadt muss die Grundversorgung der Bewohner sicherstellen, aber auch über Wieslochs Grenzen hinaus attraktiv sein. Der Verkauf des EnBW-Geländes stellt eine große Chance dar, einen zweiten Einkaufsschwerpunkt zu schaffen, der die Innenstadt ergänzt. Wir wollen dafür klare Rahmenbedingungen setzen:
Zentraler Einkaufsmarkt gegenüber der Volksbank nur mit Geschäften, die in der Innenstadt fehlen: Elektromarkt, REWE-Markt.
Platz für Innenstadt-Geschäfte, die Erweiterungsbedarf haben z.B. Sportartikelmarkt
Schaffung eines verkehrsberuhigten Platzes um den alten Stadtbahnhof, Ausweitung der Freiflächen um das JUZ
Fußläufige Anbindung an die Fußgängerzone, verkehrsberuhigter Bereich zwischen Sparkasse und JUZ.
So - und nur so - werden alle davon profitieren: Kunden, Einzelhandel und Stadt.
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Mehr individuelles Bauen
Viele Bauwerke in Wiesloch können sich durchaus sehen lassen. Andere dagegen fallen vor allem durch ihre Gleichförmigkeit auf oder sind gar wahrhafte Bausünden. Dies ist vor allem dann zu beklagen, wenn die Stadt die gesamte Konzeption von Neubaugebieten oder den Bau von Stadthäusern an Bauträger vergeben hat, die statt architektonischem Anspruch Gewinnmaximierung im Sinn haben. Wir wollen stattdessen mehr individuelles Bauen, das sowohl architektonische Vielfalt als auch energiesparende Bauweise ermöglicht.
Ökologisch verträgliches Wohnen
Bedarf an bezahlbaren Wohnungen herrscht in Wiesloch nach wie vor. Doch solche Wohnungen sind gerade nicht in großflächigen Neubaugebieten wie z.B. der Äußeren Helde zu schaffen, sondern hier muss der in den letzten Jahren beschrittene Weg der Schließung von Baulücken, des Flächenrecyclings und der Abrundung bestehender Baugebiete fortgesetzt werden. Kapazitäten für neue Wohngebiete sehen wir außer im Häuseläcker im Gebiet zwischen Frauenweiler und Wiesloch, am Westhang des PZN und westlich der Alten Heerstraße. Diese Gebiete haben den Vorteil, verkehrs- und versorgungsmäßig bereits voll erschlossen zu sein.
Stadteingangsbereiche betonen
Um den Wohn- und Lebenscharakter der Innenstadt zu betonen, werden wir uns bemühen, die Eingangsbereiche in die Stadt so umzugestalten, dass allen Autofahrern klar wird, dass sie ab diesen Stellen langsam und rücksichtsvoll fahren müssen. Solche Eingangspforten können Straßenverengungen, Querungsinseln, Kreisel, Pflanzentore usw. sein und sind an allen großen Eingangsstraßen der Stadt notwendig.
Kein Parkhaus am Bahnhof
Die von uns unterstützte Umgestaltung des Bahnhofs Wiesloch/Walldorf ist in eine Schieflage geraten. Wir Grüne halten an der ursprünglichen Zielsetzung fest, den Bahnhof selbst und damit den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu gestalten. Dagegen plant die Stadt mit der Mehrheit aus CDU, SPD und WGF den Bau eines 6 Mio. € teuren Parkhauses. Zwischen alter B39, Kissel & Wolff bis runter zum Bahnhof soll ein mehrstöckiger Bau für 270 Pkw entstehen. Dadurch wird kein Bus, kein Zug mehr dort halten als bisher. Auch das Bahnhofsgebäude selbst bleibt unverändert. Stattdessen werden sowohl das Parkhaus als auch die verbleibenden Parkplätze kostenpflichtig. Dennoch verbleibt ein Defizit für die Stadt.
Wir dagegen meinen: Nachdem das Bahnhofsgebäude generalsaniert wurde und keine Interessenten für freie Flächen in Sicht sind, ist der Bau eines Parkhauses kontraproduktiv. Das ist vielmehr ein Prestigeobjekt, das keiner will, keiner braucht, aber für das alle bezahlen werden. Nach dem schweren Steuereinbruch 2009 kann der Bahnhof zunächst so bleiben wie er ist. Die wenigen Mittel werden für Schulsanierungen dringender gebraucht. Wir sehen es weiterhin als Aufgabe an, den Übergang Bus – Bahn zu verbessern und weitere IC-Halts zu erreichen.


