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Äußere Helde - eine Fehlplanung, die nur Verlierer kennt!

Man kann es drehen und wenden, wie man will. Die mit Zwangsmaßnahmen durchgesetzte Bebauung der Äußeren Helde ist eines der seltenen Spiele, das nur Verlierer kennt. So machte schon die Planung, die im trauten Beisammensein aller Bebauungsbefürworter zustande gekommen ist, Schluß mit so manchem Schwindel und so manchem Selbstbetrug. Die danach beschlossene städtebauliche Entwicklungsmaßnahme, mit der man die Bebauung erzwingen mußte, zeigt die Eigendynamik des Irrsinns.

 

Hintergründe und Fakten


Verlierer Nummer 1 ist und bleibt Wieslochs Ökologie. Sie verliert ihr wertvollstes zusammenhängendes Biotopgebiet. Mit ihr all diejenigen, die ein stadtnahes Naherholungsgebiet für ein wesentliches Element von Wohnqualität halten. Die Grünbestände werden zum Teil gleich vernichtet, zum Teil in einem inneren Bereich erhalten. Diese werden durch die Straßenführung aber so vom Hinterland abgeschnitten, daß sie in wenigen Jahren ihre ökologische Wertigkeit einbüßen und zu einer teuer zu pflegenden Parklandschaft verkommen.


Ein großer Verlierer sind aber auch diejenigen, die letztendlich dort draußen bauen wollen - junge Familien mit Kindern angeblich. Ihnen drückt die Stadt einmalig in ihrer Geschichte die Kosten für etliche Gemeinschaftseinrichtungen ab. So finanzieren die künftigen Bauherren neben dem Geländekauf und der Erschließungsmaßnahmen auch den Neubau eines Kindergartens, den Anbau einer Grundschule, ein Bürgerzentrum und alle naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen. Von den unvorstellbar hohen Kosten von 62 Mio. € legt die Stadt fast 54 Mio.€ auf die Baulandpreise um.


Die Grundstückseigentümer erleben eine  Kapitalvernichtung von Amts wegen und auch das widerspricht dem gesunden Rechtsempfinden. Da mehr als die Hälfte nicht freiwillig bauen will, werden sie von ihrer Stadt gezwungen, ihr Eigentum für 60 € pro qm zu verkaufen. So sie es denn wieder haben wollen, müssen sie es für 360 € pro qm zurückerwerben. Dabei haben nur 20% der jetzigen Eigentümer in der Äußeren Helde die theoretische Möglichkeit auf ein Einzelhausgrundstück und nochmals so viele auf ein kleines Reihenhausgrundstück. Über die Hälfte geht leer aus. Über 70% der Fläche kann nicht bebaut werden!


Verlieren werden auch die, die mit dem Baugebiet gar nichts zu tun haben, sondern nur Nachbarn und Angrenzer sind. Denn sie, ob im Rebenweg oder in Altwiesloch wohnend, tragen die gesamte Last des zusätzlichen Verkehrs. Die Verkehrserschließung des Gebietes ist noch schwieriger als gedacht und um dem Ganzen die Krone der Unvernunft aufzusetzen, wäre eigentlich eine Südostumgehung zur Erschließung eines Wohngebietes notwendig, die keiner bezahlen kann.


Verlieren wird auch die Stadtverwaltung. Jetzt büßt sie ihre Glaubwürdigkeit gegenüber verschiedenen Bevölkerungsgruppen ein und später eine Menge Geld. In einer Zeit, in der sich die Stadt nichts, aber auch gar nichts leisten kann, hat die konservative Mehrheit Ja zu Ausgaben von 8 Mio. € gesagt. Und sich um die Frage gedrückt, wo das Geld doch bitteschön herkommen soll. Letztendlich wird nur der Verzicht auf andere Projekte ( z.B. Revonvierung der Schulen) oder ein noch höherer Verkaufspreis bleiben.


Eine gegen alle Vernunft erzwungene Bebauung der Äußeren Helde wird Wieslochs städtebaulichen Fehlern die Krone aufsetzen. Denn was kommt denn letztendlich dabei heraus? Ein Baugebiet, in dem von ursprünglich 52ha ganze 14ha Nettobauland verbleiben.

 

Dr. Gerhard Veits

 

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